Am Sonntag fuhren wir durch das Aurlandsdalen. Wieder eine steile Straße, deren enge Kehren
zum Teil in Tunneln verlaufen. Danach ging es über die RV 7 auf die Hardanger
Vidda zur Dyranut Fjellstova, die Berghütte, in der wir die nächsten drei Tage
wohnten. Die Hardanger Vidda ist Europas größte Hochgebirgsebene mit über 9000
km² Gesamtfläche in einer Höhe von 1100-1400 Metern. Sie ist ein beliebtes
Wandergebiet. Der zentrale Teil ist ein Nationalpark. Wir machten am Nachmittag
eine erste, zwei Stunden lange Wanderung hinein in die Hardanger Vidda mit
ihrer arktischen Tundra-Vegetation und schier unendlichen Weite. Am Montag
entschlossen wir uns zu einer Wanderung zum Valursfossen im Hjølmodal. Eine
Wahnsinnsfahrt. Von Øvre-Eidfjord ging's über eine enge Straße hinein ins Tal
und dann über unzählige, sehr enge Kehren auf einer unbefestigten Straße auf die
Hochfläche. Zwanzig Minuten Hoffen und Beten, dass man keinen Gegenverkehr hat.
Umso überraschender war es, dass kaum ein Parkplatz zu finden war. Dafür hat
uns die dreistündige Wanderung über Stock, Stein, Fels und kaum markierte Pfade
aber mit herrlichen Ausblicken auf den Valursfossen und hinunter zum Eidfjord-See
entschädigt. In Norwegen geht es aber immer noch ein bisschen imposanter. Wir
machten Halt am Vøringsfoss, einem der bekanntesten und spektakulärsten
Wasserfälle Norwegens. Und das will etwas heißen! Von mehreren mit dem Auto
erreichbaren Aussichtspunkten aus kann man den Blick auf den 182 Meter hohen
Wasserfall genießen und bekommt trotz der angebrachten Geländer ein schauriges
Gefühl, wenn man an der Felskante in die jäh abfallende Tiefe blickt. Am
Dienstag gingen wir wandern. Wir brauchten sechs Stunden für eine Rundwanderung
von der Dyranut Fjellstova zur Kjeldebu Hütte. Leider begann es nach einer
Stunde zu regnen und wir wurden ziemlich nass. Hin und wieder konnten wir durch den Nebel
die Gletscher auf den weit entfernten Bergen sehen.
P.S.: Während wir das schrieben, klopfte es ganz schüchtern an die Tür. Was
glaubt ihr, wer draußen stand? Er bekam was zu essen, ein Schnäpschen, um sich
aufzuwärmen – und wie es ihm ergangen ist, wird er euch selbst erzählen, wenn
er sich wieder erholt hat.
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Die karge und weite Tundralandschaft in der
Hardanger Vidda |
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| Mystische Stimmung am Abgrund |
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| Wollgras auf dem Weg zum Valursfossen |
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| An der Abbruchkante der Hardanger Vidda |
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| Blick zum Eidfjordsee |
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| Der Fluss Veig im Hjölmodalen |
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| Wo ist Gabi? |
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| DerVöringsfoss (182 Meter hoch) |
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| Blick ins Mabödalen beim Vöringfoss |
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Die Gischt des Vöringsfoss steigt
an der Felskante empor |
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